Eine kurze, aber intensive Reise an die Zemplínska šírava
Ein paar Stunden am Wasser, die lange in dir nachklingen.
Die erste Reise, die ersten Worte.
Tomáš Chýlák erscheint zum ersten Mal im Magazin. Er ist Teil unseres Teams, und dies ist einer seiner ersten Texte bei uns. Eine kurze Reise an einen bekannten Ort. Nichts darüber hinaus – nur Wasser, Fische und Momente, die Sinn ergeben.
Zu Tomáš werden wir bald auch in einer eigenen Vorstellung zurückkehren. Heute genügen ein paar Zeilen und die Stille dazwischen.
Jetzt überlassen wir den Raum Tomáš und seiner Reise…
Am Montagmittag kam ich an meinem Lieblingsplatz an der Zemplínska Šírava an, wo sich mir bald mein langjähriger Partner Paťo anschließen sollte. Den Platz kannten wir gut – genau hier hatten wir einst unseren Sektor beim prestigeträchtigen Big6 Challenge gewonnen, also wussten wir, was uns an diesem Wasser erwartet.
Paťo kam um zwei Uhr nachmittags an und wir machten uns sofort an die Vorbereitungen. Wir stellten die Bivvys auf, bereiteten neue Vorfächer vor und einigten uns auf die Taktik. Das Wetter spielte uns zwar nicht gerade in die Karten – mal regnete es, dann wehte wieder Wind, die Wasseroberfläche war einmal glatt wie ein Spiegel, nur um kurz darauf von starkem Wind aufgewühlt zu werden – aber trotzdem waren wir fest entschlossen, diese Session voll auszukosten.
Die Bojen setzten wir in etwa 500 Metern Entfernung vom Ufer. Ich griff zu meinem bewährten Köder – würzige Leber 24 mm in Kombination mit einem Pop-Up Magic Salmon, präsentiert am Slip-D-Rig. Kurz nach fünf Uhr nachmittags hatte ich beide Ruten ausgebracht und wir warteten, was die Nacht bringen würde.
Kurz vor Mitternacht kam der erste kräftige Biss. Sofort stiegen wir ins Boot und fuhren hinaus auf das Wasser. Nach einem kurzen, aber intensiven Drill gelang es mir, über die Fisch zu kommen, und bald landete sie im Kescher – eine wunderschöne Karpfen-Dame aus der Kategorie 15+ kg. Ein schnelles Foto, und der Fisch kehrte in voller Stärke zurück in sein Zuhause.
Kurz nach der Rückkehr ins Bivvy, genau zwei Stunden später, kam der nächste Biss – diesmal ein schöner Schuppenkarpfen von etwa 12 kg. Auch dieser Fisch durfte schnell zurück. Und als wäre das nicht genug – weitere zwei Stunden und der nächste Run. Ein Schuppenloser über 15 Kilo! Die Nacht war einfach magisch.
In der Zwischenzeit hatte auch Paťo einen Biss – ein Fisch von etwa 8 kg, den wir jedoch gar nicht ans Ufer holten. Schonend ließen wir ihn direkt vom Boot aus wieder frei.
Am Mittwochmorgen um 7:00 hatte ich die Ruten bereits eingeholt. Kurz davor gab es zwar noch zwei Runs, aber beide Fische schnitten mir ab, und ich konnte sie nicht mehr finden, auch wenn ich noch eine halbe Stunde lang versucht habe, sie mit der Ankerleine zu lokalisieren.
Nach diesem wunderschönen Angeln packten wir langsam zusammen und machten uns mit einem großartigen Gefühl auf den Heimweg. Der kurze Trip an die Šírava zeigte erneut, dass man auch in nur wenigen Stunden ein großes Angelabenteuer erleben kann. Unvorhersehbares Wetter und ständig wechselnde Bedingungen verliehen der Session Charakter und hoben die Schönheit dieser Momente am Wasser noch stärker hervor.
Auch wenn es nur ein kurzer Ausflug war, haben wir ihn in vollen Zügen genossen und uns für einen Moment vom Trubel des Alltags erholt. Bald werden wir sicher eine Wiederholung wagen – und wir glauben, dass es mindestens genauso gut wird wie jetzt. Wir melden uns wieder vom Wasser.
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